Komplementär-therapie
Komplementärtherapien in der Tagesklinik der Klinik Wersbach
Nicht jede Veränderung beginnt mit einem Gespräch. Manchmal braucht es einen anderen Zugang – über Bewegung, Musik, Farbe oder bewusste Entspannung –, um an Gefühle heranzukommen, die sich in Worten nur schwer fassen lassen. Genau hier setzen die Komplementärtherapien in der Tagesklinik der Klinik Wersbach an: Sie ergänzen die Einzel- und Gruppenpsychotherapie um kreative, körperorientierte und erfahrungsbasierte Verfahren und öffnen so zusätzliche Wege zu sich selbst.
Eingebettet in Ihren individuellen Therapieplan, unterstützen diese Angebote Sie dabei, neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, Ihre Körperwahrnehmung zu schärfen und Erlebtes auf eine Weise zu verarbeiten, die über das reine Gespräch hinausgeht – ein wichtiger Baustein auf Ihrem Weg zurück in einen stabilen Alltag.
Ob bei Depressionen, Angstzuständen, der Verarbeitung eines Traumas oder anderen seelischen Belastungen – Komplementärtherapien öffnen einen zusätzlichen Weg zur Genesung.
Unsere Komplementärtherapien
Unsere Komplementärtherapie
Bewegungstherapie
Bewegung wirkt hier gezielt auf die psychische Stabilisierung und die Rückgewinnung von Lebensqualität hin. Im Mittelpunkt stehen dabei:
- Körper- und Selbstwahrnehmung: Wer lernt, physische Signale bewusster zu spüren, findet leichter Zugang zum eigenen Befinden.
- Selbstvertrauen: Mit wachsender körperlicher Leistungsfähigkeit wächst auch das Vertrauen in den eigenen Körper.
- Soziale Interaktion: In der Gruppe fällt es leichter, sich einzubringen und tragfähige Kontakte zu knüpfen.
- Emotionsregulation: Gezielte Übungen helfen, starke Anspannung konstruktiv abzubauen.
Im Gruppensetting lässt sich das Erlebte gemeinsam betrachten und im geschützten Rahmen reflektieren.
- Förderung der Körper- und Selbstwahrnehmung: Die Sensibilisierung für physische Signale unterstützt die Patienten dabei, einen besseren Zugang zum eigenen Befinden zu finden.
- Stärkung des Selbstvertrauens: Durch die Zunahme der körperlichen Leistungsfähigkeit wird das Vertrauen in den eigenen Körper und die Selbstbestätigung nachhaltig verbessert.
- Soziale Kompetenz und Interaktion: Die Therapie fördert die Fähigkeit, sich aktiv in Gruppen einzubringen und soziale Kontakte sicher zu knüpfen.
- Kontrollierter Affektabbau: Das gezielte Einüben von Methoden zur Regulation starker Emotionen hilft dabei, Spannungszustände konstruktiv zu bewältigen.
Im Gruppensetting bietet sich zudem die Möglichkeit, diese Erfahrungen gemeinsam mit anderen Patienten zu betrachten und die individuellen Wirkungen im geschützten Rahmen zu reflektieren.
Entspannungsverfahren in der Tagesklinik
Ein ruhiges Nervensystem trägt maßgeblich zur psychischen Belastbarkeit bei – dafür setzen wir auf drei bewährte Methoden:
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson: Durch wechselndes An- und Entspannen einzelner Muskelgruppen lernen Sie, körperliche Anspannung bewusst zu spüren und gezielt zu lösen.
- Autogenes Training: Über Autosuggestion und konzentrative Selbstentspannung schaltet der Körper in einen echten Ruhemodus.
- Imagination: Angeleitet nutzen Sie innere Bilder, um emotionale Stabilität aufzubauen und sich einen „inneren sicheren Ort" zu schaffen.
Wie wirken die Entspannungsverfahren?
Diese Verfahren wirken auf zwei Ebenen: Sie erlernen konkrete Techniken für den Alltag (Handlungsebene) und schärfen zugleich Ihr Körpergefühl, was Ihre Selbstgrenzen und Ihre Selbstregulation stärkt (Erlebnisebene).
- Progressive Muskelentspannung (PMR) nach Jacobson: Durch das gezielte Anspannen und anschließende Loslassen bestimmter Muskelgruppen erlernen die Patienten, körperliche Spannungszustände bewusst wahrzunehmen und aktiv zu lösen.
- Autogenes Training (AT): Hierbei handelt es sich um ein auf Autosuggestion basierendes Verfahren, bei dem durch konzentrative Entspannung ein Umschalten des Körpers in einen Ruhemodus (trophotrope Umstellung) erreicht wird.
- Imagination: Unter therapeutischer Anleitung werden innere Bilder und mentale Vorstellungen genutzt, um emotionale Stabilität zu fördern und einen "inneren sicheren Ort" zu schaffen.
Das Ziel dieser Verfahren ist es, die Patienten auf zwei Ebenen anzusprechen:
- Handlungsebene: Die Patienten erlernen konkrete Techniken, die sie eigenständig anwenden können, um in Stresssituationen aktiv Einfluss auf ihr Befinden zu nehmen.
- Erlebnisebene: Durch die Übungen wird die Fähigkeit gefördert, den eigenen Körper differenziert wahrzunehmen. Dies wirkt stabilisierend auf die Stärkung der Selbstgrenzen und verbessert die Selbstregulation.
Kunsttherapie/Ergotherapie
Künstlerisch-ästhetisches und handwerkliches Arbeiten öffnet einen Zugang zum seelischen Erleben, der über Berühren, Spüren und das Betrachten des eigenen Werks führt. Im Gruppensetting lässt sich das Entstandene gemeinsam anschauen und in seiner Wirkung besprechen.
Dabei stehen im Vordergrund Aspekte des Berührens, des taktilen Spürens und des Wahrnehmens des entstandenen Produkts. Im Gruppensetting kann dieses gemeinsam mit den anderen Patienten betrachtet und in seinen Wirkungen reflektiert werden.
Musiktherapie
Musik erreicht oft, wo Worte nicht hinreichen: In der gemeinsamen Improvisation zwischen Ihnen und Ihrem Therapeuten bzw. Ihrer Therapeutin können sich Gefühle nonverbal ausdrücken und eine besondere Verbindung entstehen. Spielerisch geht es darum, „die eigene Melodie zu finden" – und damit die eigene Entwicklung klanglich zu beschreiben. Anders als bei einem Bild, dem man den Blick entziehen kann, lässt sich Musik nicht überhören: Das führt zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit eigenen wie fremden Klängen.
In der Improvisation, dem gemeinsamen Werk von Patient und Therapeut, können vor allem im nonverbalen Medium der Musik Affekte einen Ausdruck finden und in besonderer Weise Beziehung stiften. In der Musiktherapie können die Patienten spielerisch probeweise an der Aufgabe arbeiten, „die eigene Melodie herausfinden und zu spielen“, und somit die Aufgabe ihrer persönlichen Entwicklung nonverbal beschreiben. Im Unterschied zur Gestaltungstherapie können die Patienten sich den Produktionen, die andere vorbringen, nicht entziehen, sie können nicht weghören. So müssen sie sich im höheren Maße mit eigenen und anderen Äußerungen auseinandersetzen.
Sporttherapie
Als stärkende Maßnahme aktiviert die Sport- und Bewegungstherapie den Körper, fördert Erholung und reguliert vegetative Funktionen – und unterstützt damit die psychotherapeutische Arbeit. Verbesserte Entspannungsfähigkeit und ein ausgeglichener Körpertonus zählen zu den weiteren Zielen.
Integrative Tanztherapie
Dieses ganzheitliche Verfahren verbindet psychotherapeutische, tanzpädagogische und tanztherapeutische Elemente und begreift den Menschen als Einheit aus Körper, Seele und Geist – eingebettet in sein soziales Umfeld. Je nach Thema reicht die Arbeit von emotionszentrierten, gestaltpsychologisch orientierten Sequenzen über tiefenpsychologisch fundierte, konfliktaufdeckende Arbeit bis zur leibtherapeutischen Bearbeitung von Erlebtem, das sich „in den Körper eingeschrieben" hat. Ziel ist es, Beweglichkeit, Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit zu erweitern sowie Nähe und Distanz neu regulieren zu lernen – im Mittelpunkt steht dabei stets die Aktivierung eigener Ressourcen. Nonverbale, ausdrucksfördernde Elemente werden mit verbaler Reflexion verbunden, damit sich das Erlebte auch gedanklich verarbeiten und auf den Alltag übertragen lässt.
Aufnahme/Anmeldung
Sie möchten sich unverbindlich über eine Aufnahme informieren oder sich direkt anmelden?
Wir beraten Sie gerne und freuen uns auf Ihren Anruf.
Haben Sie Fragen?
Wir beantworten alle Fragen zu Ihrem Aufenthalt und informieren Sie über die Möglichkeiten der
Behandlung in unserer Klinik.